Musikverband der Stadt Winterthur

 

Städtischer Musiktag
2006

 
 
 
Pressebericht des Landboten vom 10.07.2006
über den städtischen Musiktag 2006

Bilder Heinz Diener

Auch die Stadtharmonie Eintracht Töss unter der Leitung von Helmut Hubov stellte ihr musikalisches Können unter Beweis.
 

Vorwärts marsch zum Defilee

Vom Spazierlauf zwischen den Konzerten über das Marschmusikdefilee bis zum gemütlichen Ausklang war der Städtische Musiktag interessant und abwechslungsreich.


(von RAMONA FRÜH)

Die Idee, in der Altstadt Platzkonzerte an mehreren Orten durchzuführen, ist an sich gut, können sich die städtischen Musikvereine so doch einem breiten Publikum präsentieren. Dass sie am Samstag aber gleichzeitig spielten, stellte sich für das Publikum, das mehrere Formationen hören wollte, als schwieriges Unterfangen heraus. Ein Rundgang glich einem wahren Postenlauf. Bei der ersten Station am Hauptbahnhof bliesen sich die Jugendlichen der Stadtjugendmusik Winterthur noch in der Schalterhalle ein, als beim Posten in der Ecke Münzgasse/Marktgasse der Musikverein Seen schon zu «Marmor, Stein und Eisen bricht» anstimmte. Die meisten der vorbeieilenden Leute nahmen sich kaum Zeit, innezuhalten und den rund zwanzig Musizierenden zuzuhören. Vielleicht strömten auch sie bereits weiter zum nächsten Konzert: Auf dem Neumarkt war es die Brass-Band Winterthur, die es swingend und klangvoll locker mit alteingesessenen Vereinen aufnehmen kann. Für das Platzkonzert hatte der junge Dirigent Stefan Imboden ein buntes und anspruchsvolles Programm zusammengestellt, bei dem sich einige Bläser als Solisten präsentieren durften. Im «Pink Panther» und im anschliessenden «Tête à tête» waren dies Posaune, Kornett und Eufonium.

Keine Zeit verlieren
Ein Vater erklärte seinem Kleinen die Funktionsweise einer Posaune, die Flohmarktbesucher spitzten die Ohren, und viele Leute blieben interessiert stehen. Das Platzkonzert erfüllte sowohl seinen Unterhaltungswie auch seinen Werbezweck. Kaum in die Marktgasse eingebogen, dröhnten in den Hausmauern die Trommelwirbel des Tambourenvereins. Nur sechs Tambouren, doch was für ein Volumen! Sie spielten mit diversen Perkussionsinstrumenten und Trommeln, wobei vor allem die Präzision in Rhythmus und Dynamik sowie die speziellen Schlagtechniken die zahlreichen Passanten faszinierten. Um keine Zeit zu verlieren, blieb für die Blaukreuzmusik, die Heilsarmee und das Musikkorps der Alten Garde Winterthur nur ein Abstecher, um zur Stadtmusik Winterthur im Oberen Graben zu gelangen. Pro Konzert waren fünf Minuten eingerechnet, deshalb ging es gleich weiter in die Obergasse. Doch der Musikverein Oberwinterthur und die Verkehrspersonalmusik waren bereits in der nahe liegenden Gartenbeiz eingekehrt oder zum Bahnhof, dem Start des Marschmusikdefilees, zurückmarschiert. Viele Schaulustige säumten die Stadthausstrasse, als die Tambouren der Stadtmusik mit dem Fürstenländer-Marsch das Defilee traditionell und präzis eröffneten. Mit dem «Quickmarch» bewiesen die Tambouren der Stadtjugendmusik, dass auch Junge durchaus im Gleichschritt marschieren können, und auch die folgenden Formationen zeigten ein rassiges Zusammenspiel, so dass es den Zuschauenden eine Freude war. Bald zogen die Musikvereine und viele ihrer Anhänger ins Kirchgemeindehaus Liebestrasse weiter, um sich von den nachmittäglichen Strapazen zu erholen und das interessante Programm bei Konzerten, Festwirtschaft und Veteranenehrung gemütlich ausklingen zu lassen.

 

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