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Vorwärts marsch zum
Defilee
Vom Spazierlauf zwischen den Konzerten über das Marschmusikdefilee bis zum
gemütlichen Ausklang war der Städtische Musiktag interessant und
abwechslungsreich.
(von RAMONA FRÜH)
Die Idee, in der Altstadt Platzkonzerte
an mehreren Orten durchzuführen, ist an sich gut, können sich die städtischen
Musikvereine so doch einem breiten Publikum präsentieren. Dass sie am Samstag
aber gleichzeitig spielten, stellte sich für das Publikum, das mehrere
Formationen hören wollte, als schwieriges Unterfangen heraus. Ein Rundgang glich
einem wahren Postenlauf. Bei der ersten Station am Hauptbahnhof bliesen sich die
Jugendlichen der Stadtjugendmusik Winterthur noch in der Schalterhalle ein, als
beim Posten in der Ecke Münzgasse/Marktgasse der Musikverein Seen schon zu
«Marmor, Stein und Eisen bricht» anstimmte. Die meisten der vorbeieilenden Leute
nahmen sich kaum Zeit, innezuhalten und den rund zwanzig Musizierenden
zuzuhören. Vielleicht strömten auch sie bereits weiter zum nächsten Konzert: Auf
dem Neumarkt war es die Brass-Band Winterthur, die es swingend und klangvoll
locker mit alteingesessenen Vereinen aufnehmen kann. Für das Platzkonzert hatte
der junge Dirigent Stefan Imboden ein buntes und anspruchsvolles Programm
zusammengestellt, bei dem sich einige Bläser als Solisten präsentieren durften.
Im «Pink Panther» und im anschliessenden «Tête à tête» waren dies Posaune,
Kornett und Eufonium.
Keine Zeit verlieren
Ein Vater erklärte seinem Kleinen die Funktionsweise einer Posaune, die
Flohmarktbesucher spitzten die Ohren, und viele Leute blieben interessiert
stehen. Das Platzkonzert erfüllte sowohl seinen Unterhaltungswie auch seinen
Werbezweck. Kaum in die Marktgasse eingebogen, dröhnten in den Hausmauern die
Trommelwirbel des Tambourenvereins. Nur sechs Tambouren, doch was für ein
Volumen! Sie spielten mit diversen Perkussionsinstrumenten und Trommeln, wobei
vor allem die Präzision in Rhythmus und Dynamik sowie die speziellen
Schlagtechniken die zahlreichen Passanten faszinierten. Um keine Zeit zu
verlieren, blieb für die Blaukreuzmusik, die Heilsarmee und das Musikkorps der
Alten Garde Winterthur nur ein Abstecher, um zur Stadtmusik Winterthur im Oberen
Graben zu gelangen. Pro Konzert waren fünf Minuten eingerechnet, deshalb ging es
gleich weiter in die Obergasse. Doch der Musikverein Oberwinterthur und die
Verkehrspersonalmusik waren bereits in der nahe liegenden Gartenbeiz eingekehrt
oder zum Bahnhof, dem Start des Marschmusikdefilees, zurückmarschiert. Viele
Schaulustige säumten die Stadthausstrasse, als die Tambouren der Stadtmusik mit
dem Fürstenländer-Marsch das Defilee traditionell und präzis eröffneten. Mit dem
«Quickmarch» bewiesen die Tambouren der Stadtjugendmusik, dass auch Junge
durchaus im Gleichschritt marschieren können, und auch die folgenden Formationen
zeigten ein rassiges Zusammenspiel, so dass es den Zuschauenden eine Freude war.
Bald zogen die Musikvereine und viele ihrer Anhänger ins Kirchgemeindehaus
Liebestrasse weiter, um sich von den nachmittäglichen Strapazen zu erholen und
das interessante Programm bei Konzerten, Festwirtschaft und Veteranenehrung
gemütlich ausklingen zu lassen. |