|
Marschmusik erfüllt die Stadt
«Vorwärts Marsch!» hat es am Samstag geheissen. Rund 300 Musiker haben Leben
in die Altstadt gebracht.
(von HANS BRUNNER)
Der städtische Musiktag ist der grösste
Anlass der Winterthurer Blasmusikvereine. Auf verschiedenen Plätzen in der
Altstadt fanden mittags dreiviertelstündige Platzkonzerte statt. Damit wurden
die Blasmusikfans auf das Defilee am Nachmittag auf der Stadthausstrasse
eingestimmt. Diesen Umzug führte der Tambourenverein der Stadt Winterthur an.
Matthias Kilga, am Montag noch in Armeeuniform mit dem Spiel der Luftwaffe im
Stadthaus zu erleben, erhob den Tambourenstab für den «Fürstenländer» von Roman
Lombriser.
Schwierige Formationen
Was darauf folgte, widerspiegelt das
heutige städtische Vereinsleben. Die Korps der Blaukreuzmusik und der
Heilsarmeemusik, beides Brass-Band- Besetzungen, schritten gemeinsam die
Stadthausstrasse vom Bahnhof zum Altstadtschulhaus ab. Wer dabei von einem
Einzelfall ausgeht, bemerkt allerdings, dass solches Zusammengehen im Trend
liegt. Der Musikverein Seen hat sich die Musikgesellschaft Wülflingen zum
Verbündeten gemacht. Zu «Ragtime Please» von Lex Abel zeigten die Musiker
Evolutionen. Das zusammengewürfelte Korps wusste mit seinem Auftritt zu
begeistern. Kontermärsche und geometrische Figuren zu laufen und dabei ein
Instrument zu spielen, ist wahrscheinlich die schwierigste Art, an einer
Marschmusikparade aufzutreten. Die Verkehrspersonalmusik nahm sich der wenigen
Musiker aus dem Quartier Veltheim an. Unter Beat Möckli liessen sie «Capo San
Martino» von Max Leemann erklingen. Trotz warmem Sommerwetter liess es sich die
Stadtmusik Winterthur nicht nehmen, in ihrer Galauniform mit Veston und hohem
Hut aufzutreten. Die Zuschauer am Strassenrand – unter ihnen auch Stadtpräsident
Ernst Wohlwend – dankten die Auftritte mit Applaus. Eine Überraschung war der
Auftritt der Stadtjugendmusik im Kirchgemeindehaus Liebestrasse. Aus dem ehemals
100-köpfigen Korps ist eine Big Band mit 25 Jugendlichen geworden. Eine zweite
Überraschung bot auch der Auftritt der Tambouren: Im Programm ist Anton Wymann
als Dirigent aufgeführt. Der Mann mit seinen 35 verdienstvollen Vereinsjahren
sei zurückgetreten, heisst es auf Anfrage. So führte Oliver Bürgis die Tambouren
an. Bleibt zu hoffen, dass diese Formation ihren bravourösen Auftritt auch
künftig wiederholen kann. |